Schüleraustausch mit Wapakoneta Mitten im Filmdreh

Damit hatten die Lengericher Schüler nicht gerechnet: Auf ihrem Weg zum Austausch in die Partnerstadt Wapakoneta (Ohio) legten sie einen Zwischenstopp in New York ein – und gerieten in die Dreharbeiten zu „The Fast and the furios 8“.

Zum 23. Mal seit Bestehen der Partnerschaft zwischen Lengerich und Wapakoneta ist eine Gruppe von 14 Schülern auf Einladung der Partnerstadt zu Besuch in Ohio. Auf ihrer vierwöchigen Reise erkundeten sie zunächst New York. Die Schüler schildern ihre Eindrücke wie folgt:

„Nach einer langen kräfteraubenden Reise und einer abenteuerlichen Fahrt im Shuttlebus durch den New Yorker Stadtverkehr kamen wir, die 14 Schüler und Schülerinnen des Hannah-Arendt-Gymnasiums und unsere Begleitung Frau Buschmann, gegen 23 Uhr amerikanischer Zeit endlich am Hotel an. Bereits im Dunkeln wirkten die Hochhäuser und der nahe gelegene Columbus Circle sehr beeindruckend.

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Besinnlichkeit in der Vorweihnachtszeit bedeutet nicht nur Kerzenschein, Weihnachtsduft und Weihnachtsbäckerei: Was uns wirklich angeht.

Ein deutsches Denkmal für Flüchtlinge

Das Walter-Benjamin-Memorial in Portbou ist hochaktuell

VON HANNS BUTTERHOF

Passage der Hoffnungslosigkeit im Benjamin-Memorial Portbou

Passage der Hoffnungslosigkeit im Benjamin-Memorial Portbou

PORTBOU. Das einzige deutsche Denkmal für asylbedürftige Flüchtlinge steht im nordspanischen Grenzort Portbou. Im Auftrag deutscher Bundesländer erbaute der israelischen Architekt Dani Karavan dort 1994 einen ausdrucksstarken Gedenkort für den deutschen Philosophen Walter Benjamin (1892 – 1940). Der hatte sich 1940 in Portbou auf der Flucht vor deutscher Verfolgung das Leben genommen. Weiterlesen

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Zum Feiern in die USA

Lengerich – 1994 wurde die Städtepartnerschaft zwischen Lengerich und Wapakoneta geschlossen. Anlass für den Freundschaftsverein, 2014 eine Reise in die USA zu organisieren.

Die Städtepartnerschaft zwischen Lengerich und Wapakoneta besteht 2014 seit 20 Jahren. Ein Grund zum Feiern und zu neuen Begegnungen.

Die feierliche Gründungszeremonie und der Austausch der Freundschaftsurkunden am 19. Juli 1994 in der Redskin High School von Wapakoneta sind nicht nur Bürgermeister Friedrich Prigge in lebendiger Erinnerung geblieben, sondern auch jenen 73 Lengerichern, die damals erstmals die Partnerstadt besuchten und von der Gastfreundschaft und Herzlichkeit überwältigt waren, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins zur Förderung der Freundschaft zwischen den beiden Städten.

Der damalige Bürgermeister von Wapakoneta, Donald Wittwer, nannte den Tag einen „Meilenstein“ in der Geschichte der beiden Kommunen. „Wir sind stolz, ein offenes und freundliches Land zu sein. Unsere Türen stehen offen, unsere Hände sind ausgestreckt und unsere Herzen glücklich, weil ihr da seid.“ In den vergangenen zwei Jahrzehnten ist die Freundschaft durch einen jährlichen Schüleraustausch, durch Besuche von Erwachsenengruppen sowie durch vielfältige Begegnungen von Familien und offiziellen Vertretern beider Städte gepflegt worden.

Nun plant der Freundschaftsverein Lengerich in den Herbstferien 2014 einen Flug in die USA, um vor allem das 20-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft in Wapakoneta zu feiern. Die Planung sieht so aus, dass eine Erwachsenengruppe am 2. Oktober vom Flughafen Münster-Osnabrück startet und über Frankfurt nach New York fliegt. Am 17. Oktober wird die Reisegruppe wieder am FMO zurückerwartet.

Nach dem Eintauchen in die Weltmetropole New York (2. bis 4. Oktober) beginnt in der Millionenstadt Boston eine Busrundreise durch die historisch interessanten Neuenglandstaaten (4. bis 12. Oktober). Diese Region Nordamerikas ist geprägt durch idyllische Landschaften mit weiten Wäldern, sanften Hügeln und vielen Seen sowie durch malerische Städte an der Küste und in den Bergen. Ein unvergessliches und paradiesisches Naturschauspiel dürfte nicht zuletzt die Farbenpracht des sogenannten Indian Summer bieten.

Nach dem Flug von Boston über Cleveland nach Dayton beginnen für die Reisegruppe die Veranstaltungen in Wapakoneta (12. bis 16. Oktober). Der Partnerverein und die Stadt Wapakoneta wollen dafür ein Programm ausarbeiten. Wer individuell anreisen möchte, um nur das Jubiläum mitzufeiern, ist ebenfalls willkommen. In der Nacht vom 16. zum 17. Oktober erfolgt dann der Rückflug nach Deutschland. Nach dem derzeitigen Rechnungsstand liegt der Preis für die gesamte Jubiläumsreise bei circa 2300 Euro (im Doppelzimmer pro Person).

Wie die Vorsitzende des deutsch-amerikanischen Freundschaftsvereins, Ursula Hohmann-Assig, mitteilt, sind erste Meldungen von Reiseinteressierten bei ihr bereits eingegangen. Für eine zügige Reiseplanung bittet der Vorstand des Vereins darum, dass sich weitere an dieser Reise interessierte Personen, auch Nichtmitglieder, möglichst umgehend bei Ursula Hohmann-Assig, ✆  05481/37650 oder E-Mail assig@gmx.de, oder einem anderen Mitglied des Vorstands melden. Mitte Januar wird ein Treffen der Reisegruppe stattfinden. An diesem Informationsabend besteht die Möglichkeit, sich persönlich kennenzulernen und nähere Einzelheiten der Reiseplanung auszutauschen.

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Zu Gast bei der Konsulin aus Iowa

Lengerich/Lienen – „Das Herz Amerikas schlägt im Mittleren Westen.“ Dieser Satz war so etwas wie ein persönliches Bekenntnis der neuen amerikanischen Generalkonsulin Janice G.Weiner. Sie stammt aus Iowa und führt seit dem vergangenem Jahr die Sektion „Public Affairs“ im US-Generalkonsulat Düsseldorf.
Die Konsulin hatte zu einem Treffen von Vertretern der transatlantischen Städtepartnerschaften und der deutsch-amerikanischen Freundschaftsvereine in Nordrhein-Westfalen nach Düsseldorf eingeladen, um Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und zum „Networking“ zu geben. Aus Lienen waren Dr. Gabriele Schmiemann und ihre Kollegin Claudia Driemeier angereist, Dr. Hubertus Assig vertrat den Freundschaftsverein Lengerich – Wapakoneta. 
Die Erfahrungsberichte aus der Praxis von Städtepartnerschaften machten schnell deutlich, dass die Kommunen in der Regel zu klamm sind, um die deutsch-amerikanischen Aktivitäten finanziell zu unterstützen. Entscheidend sei die Eigeninitiative von Bürgern.

Auch in der amerikanischen Gesellschaft sind Bürgerkomitees der treibende Motor, Bürgermeister und Ratsmitglieder zeigen ihr Interesse eher als Mitglieder der Sister-Cities-Clubs.
In der hiesigen Region ist der jährliche Schüleraustausch die Säule der transatlantischen Beziehungen. Um diese auf eine breitere Basis zu stellen, sind aber auch andere Initiativen denkbar. So könnten sich zum Beispiel kirchliche Gruppen, Musikgruppen, Sportvereine, die Feuerwehr, Institute wie die VHS oder Banken und nicht zuletzt Wirtschaftsunternehmen mit Interessenvertretungen in den USA in die deutsch-amerikanische Partnerschaft einbringen.
Angeregt wurden in Düsseldorf auch regelmäßige Berichte über den Stand der Entwicklung im Kulturausschuss und im Rat einer Kommune.
Bleibt noch zu erwähnen, dass im Rahmen der Düsseldorfer Veranstaltung Amy Baskin, eine Mitarbeiterin des US-Konsulats in Frankfurt, interessante Erläuterungen gab, was Austauschinteressierte im Rahmen des so genannten Visa-Waiver-Programms in den USA unternehmen dürfen und wann man ein Visum braucht.
Die Treffen zu solch persönlichem Gedankenaustausch werden in den kommenden Jahren fortgesetzt, wobei einzelne Freundschaftsvereine oder Kommunen als Gastgeber auftreten können.

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Austausch bleibt die tragende Säule

-do- Lengerich. „Jugendliche sind die Träger unseres Vereins“, verkündete Dr. Hubertus Assig während der Jahreshauptversammlung des Vereins zur Förderung der Freundschaft zwischen den Städten Lengerich und Wapakoneta stolz.
Der Blick auf die Mitgliederzahlen erfüllte den Vorsitzenden mit Freude: Er vermeldete eine Steigerung von 350 auf 358. „Der Schüleraustausch ist die tragende Säule unseres Vereins“, berichtete Assig den Versammlungsteilnehmern im Gempt-Bistro, wo Cornelia Berlemann und Werner Balske als Saxophon-Duo „Corwe“ für den musikalischen Rahmen sorgten.
Zahlen belegen eindeutig die Beliebtheit des Schüleraustausches. Im vergangenen Jahr verbrachten 22 Jungen und Mädchen vier Wochen in den USA, davon drei Wochen in Wapakoneta und St. Marys. Das Projekt wird gemeinsam von Lengerich und Lienen betrieben, In diesem Jahr liegen 28 Anmeldungen vor. Diese Zahl nannte Ursula Hohmann-Assig, die für den Schüleraustausch zuständig ist.
Seit 1995 wird der Austausch betrieben, immer mit gleich bleibend hohen Teilnehmerzahlen „Der Ruf der Neuen Welt ist auch in der heutigen Krisenzeit eine attraktive Herausforderung“, stellte Hohmann-Assig fest. Für den Verein bedeute das alljährlich neue Mitglieder, die sich für vier Jahre binden. „Und es entstehen Beziehungen zwischen den Familien.“ Die Lengericher und Lienener Schülerinnen reisen vom 13. Juli bis 8. August nach Ohio. Von dort werden in diesem Jahr zwölf Mädchen und Jungen vom 14. Juni bis 8. Juli nach Deutschland fahren.

Neben dem Schüleraustausch gab es eine Reihe weiterer Beratungspunkte. Assig übermittelte Grüße vom neuen Bürgermeister in Wapakoneta, Rodney Metz. Zugleich erinnerte er an den Urvater der Städtepartnerschaft, die in diesem Jahr 15 Jahre besteht. Arnold Meckstroth begeht am 25. Mai seinen 100. Geburtstag.
Von einer gesunden Kassenlage berichtete Schatzmeister Volker Schröer. Die Vorstandswahlen, geleitet von Horst Buddemeier, brachten eine Verjüngung. Der stellvertretende Geschäftsführer Detlef Dowidat stellte sich nicht wieder zur Wahl. Seine Position übernimmt Daniel Deutsch. Ferner wird Simon Keiner Sonderaufgaben übernehmen. Beide betreuen die neue Homepage des Vereins (www.wapak.de).

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Transatlantische Türöffner

Lengerich. Der amerikanische Generalkonsul hatte eingeladen und etwa 40 Vertreter deutsch-amerikanischer Städtepartnerschaften in Nordrhein-Westfalen gaben sich in seiner Düsseldorfer Privatvilla ein Stelldichein.

Für die deutsch-amerikanische Partnerschaft Lengerich-Wapakoneta reisten Bürgermeister Friedrich Prigge und als Vereinsvorsitzender Dr. Hubertus Assig in die Landeshauptstadt. Der Freundschaftsverein Lienen-St. Marys war durch Dr. Gabriele Schmiemann vertreten, die in enger Kooperation mit Ursula Hohmann-Assig den jährlichen Schüleraustausch koordiniert.

Schon bei seiner Begrüßung erlebten die deutschen Gäste den amerikanischen Generalkonsul Matthew G. Boyse als einen temperamentvollen, sympathischen und gut informierten Förderer transatlantischer Beziehungen. Seine Idee, eine engere Zusammenarbeit und die Bildung eines Netzwerkes der aktuellen Städtepartnerschaften anzuregen, fiel bei den deutschen Partnern aus Aachen, Krefeld, Bonn, Köln, Wesel, Münster, Telgte, Billerbeck und anderen Kommunen auf fruchtbaren Boden. „Unsere Regierungen“, so der Generalkonsul, „arbeiten jeden Tag sehr eng zusammen, aber privates Engagement ist der Kitt unserer globalen Partnerschaft.“

Generalkonsul Boyse ging in seiner Ansprache auch auf das breite Spektrum nicht-staatlicher Institutionen und wirtschaftlicher Kooperation ein. „Wussten Sie etwa“, zitierte er aus einer aktuellen Studie des deutschen US-Botschafters William Timken, Jr., „dass US-Firmen ihre Investitionen in Deutschland seit dem Fall der Berliner Mauer vervierfacht haben? Oder dass sieben der 20 größten US-Firmen in Deutschland ihren Hauptsitz in NRW haben?“

Seit die Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die bisher ihren Sitz im Amerika-Haus Köln hatte, Ende September in das Düsseldorfer Generalkonsulat integriert worden ist, werden von hier aus auch bilaterale Austauschprogramme gefördert. In Verbindung mit dem „Education-USA-Program“ des US-Außenministeriums bietet das Generalkonsulat daher auch Informationen über Schüleraustausch, Aupair, Studium und Weiterbildung in den USA an.

Englisch-Kollegen in den Schulen dürfte interessieren, dass eine neue Initiative mit dem Titel „School Outreach Program“ Schulen in Nordrhein-Westfalen einlädt, amerikanische Gesprächspartner zu Diskussionen „direkt ins Klassenzimmer“ zu holen.

Nachdem alle Vertreter der deutsch-amerikanischen Städtepartnerschaften ein Kurzporträt ihrer Aktivitäten vorgetragen hatten, überreichte Generalkonsul Boyse jedem eine von ihm selbst und vom US-Botschafter William Timken, Jr., unterzeichnete gerahmte Urkunde – als Zeichen der Wertschätzung aller transatlantischen Partnerschaften.

Mit einem Mittagsimbiss und informellen Gesprächen klang das Treffen aus. „Meine Kollegen im Generalkonsulat und ich“, verabschiedete der Konsul seine Gäste, „freuen uns sehr auf unsere weitere Zusammenarbeit mit den Institutionen und Menschen Nordrhein-Westfalens.“

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Professor Dr. Walter Kamphoefner erforscht Motive der Amerika-Auswanderer

-do- Lengerich. Die weit verbreitete These von der „Entwurzelung“ der Auswanderer hat Professor Dr. Walter D. Kamphoefner in seinem Buch „Westfalen in der Neuen Welt“ eindeutig widerlegt. Einer der renommiertesten amerikanischen Forscher auf dem Gebiet der Einwanderer aus Deutschland war jetzt zu Gast beim Verein zur Förderung der Freundschaft zwischen den Städten Lengerich und Wapakoneta. Vor über 30 Zuhörern schilderte der Nachfahre von Auswanderern aus Melle im Heimathaus interessante Details zur Auswandererwelle in den Jahren um 1830. 
Dabei servierte Kamphoefner, der unter anderem auch in Münster wirkte, keine trockene Materie. Im Gegenteil. Humorvoll, aber fundiert, schilderte er den Weg der Auswanderer aus dem Osnabrücker- und insbesondere auch aus dem Tecklenburger Land in die Neue Welt. „Es handelte sich damals um regelrechte Kenntenwanderungen, bei denen ganze Dörfer buchstäblich nach Amerika verpflanzt wurden“, bemerkte Kamphoefner. Seine Daten hat er aus Auswandererlisten und US-Volkszählungsurlisten zusammengetragen. Ferner hat er Unmengen an Auswandererbriefen gelesen und ausgewertet. 
Als wichtigsten Auswanderungsgrund nannte Kamphoefner die wirtschaftliche Situation. Etwa zwei Drittel seien Ackerknechte und Heuerleute gewesen. „Die verdienten in den USA damals das vier- bis fünffache“, stellte der Referent fest. 
Nicht Ohio, wie vielfach vermutet wird, war die erste Adresse für die Auswanderer aus der hiesigen Region in den USA, sondern Missouri. „Der größte Teil kam aus Westerkappeln, danach folgten Lienen und Lengerich“, berichtet Kamphoefner. Sie siedelten sich in der Umgebung von St. Louis an. Anders verlief der Weg der Ladberger Auswanderer, die in Ohio eine neue Heimat fanden und den Ort New Knoxville gründeten. 
Viele Menschen verließen um 1840 auch Melle im Osnabrücker Land, um sich in Missouri eine neue Heimat aufzubauen. Sie trägt bis heute den Namen Neu-Melle. Und dort gibt es eine Oberhellmann-Road, benannt nach einem aus Lengerich ausgewanderten Bauersknecht, der sich in den USA einen guten Namen gemacht hat. Vorherrschende Sprache sei zur damaligen Zeit das Plattdeutsche gewesen, das auch noch bis weit in das 20. Jahrhundert hinein gesprochen wurde. „Leider stirbt diese Sprache heute langsam aber sicher aus“, meinte Kamphoefner. 
Heimatvereinsvorsitzender Erich Knemöller hieß Walter Kamphoefner im Heimathaus willkommen. Dr. Hubertus Assig, Vorsitzender des Wapakoneta-Vereins, dankte dem Gast mit einer Festschrift über das zehnjährige Bestehen der Freundschaft mit Wapakoneta. 
Wer interessante Fakten über die Auswandererbewegung in Erfahrung bringen möchte, dem kann das Buch von Walter D. Kamphoefner „Westfalen in der Neuen Welt“, eine Sozialgeschichte der Auswanderer im 19. Jahrhundert, nur empfohlen werden. Es ist erschienen im V&R unipress-Verlag in Göttingen. 

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